Gerade habe ich einen Beitrag gelesen, der einen Vorschlag für eine Handyquette macht. Hier die von Gregor Honsel vorgeschlagenen Punkte:

1. Das reale Gegenüber hat immer Priorität. Beschäftige Dich bei einem Date nicht ständig mit dem Smartphone. Und wenn‘s wirklich wichtig ist, frag um Erlaubnis.

2. Vermittle Deinen Mitmenschen nicht den Eindruck, dass das, womit sie sich gerade in der realen Welt beschäftigen, für Dich langweilig oder unwichtig ist – zum Beispiel durch exzessives Rumdaddeln während einer Besprechung oder eines Vortrags.

3. Störe Deine Umgebung nicht durch laute Telefonate, Musik oder Tastentöne, durch helle Bildschirme in dunklen Kinosälen oder sichtversperrendes Filmen auf Konzerten.

4. Beim Autofahren, Radeln, Gehen: Augen und Finger weg vom Bildschirm. Wenn Du glaubst, Du kannst multitasken – vergiss es. Keiner kann es. Du auch nicht.

5. Die Nervigkeit eines Klingeltons ist erfahrungsgemäß direkt proportional zu der Dauer, das Gerät ganz tief unten aus der Tasche zu fischen. Sieh zu, dass Du Dein Handy findest, wenn es klingelt!

6. Wenn Du unbedingt Selfies machen willst, steh anderen Leuten nicht im Weg herum.

7. Nötige anderen nicht Deine Kommunikationskanäle auf. Wer nicht bei WhatsApp oder Facebook ist, hat möglicherweise gute Gründe dafür. Schneide solche Menschen nicht von der Kommunikation ab, sondern spreche sie auf ihren bevorzugten Kanälen an. Auch wenn‘s umständlicher ist.

8. Klingele nicht bis zur Voicebox durch und sag dann nichts.

9. Denke mindestens 30 Sekunden über Quelle und Relevanz einer Nachricht nach, bevor Du sie weiterleitest.

10. Verbreite nicht ungefragt Daten oder Fotos Dritter. Auch nicht von Deinen Kindern.

11. Blockiere nicht ewig öffentliche Steckdosen. Ist der Akku halbwegs voll, mach sie frei.


Ich finde diese Benimmregeln sind ein guter Einstieg. Eigentlich würde ich die Regeln am liebsten alle einzeln kommentieren, aber dann steht doch nur immer wieder da, dass ich die Regel toll finde... lieber steuere ich noch ein paar weitere Vorschläge bei, die ich als schlechte Angewohnheiten bei mir selbst beobachten kann (ich gelobe hiermit Besserung!):

* Zeige in Gesprächen nicht einfach Bilder oder Videos. Wenn es unbedingt sein muss kannst Du ja zumindest fragen, ob es jemanden interessiert (und das Gezeigte sollte natürlich zum Gesprächsthema passen, siehe 1 und 2)

* Lass Dein Handy nicht dauernd auf dem Tisch liegen. Du willst Dich doch mit den Leuten am Tisch unterhalten und nicht dauernd auf Dein Handy schauen... (siehe 1 und 2)

* Halte Dein Handy in der Öffentlichkeit so, dass die Kamera nicht auf andere Menschen zeigt. Und halte es nach Möglichkeit so, dass niemand auf das Display schauen kann.

* Wenn Du in einer Runde telefonieren willst oder musst, dann entschuldige Dich und stehe vom Tisch auf. Die Leute bei Tisch müssen ja nicht alles mithören.

* Wenn Du in einer Runde etwas anderes am Handy machen musst sage zumindest, was Du gerade tust. Eine Entschuldigung für die Unterbrechung kann auch nicht schaden.

* Telefoniere nicht im Bus, Zug oder Aufzug. Im Bus oder Aufzug kann man gewöhnlich die paar Minuten warten, bis man aussteigen kann, im Zug kann man zumindest in den Zwischengang gehen. Lesen oder Texten ist in diesen Situationen natürlich vollkommen ok (sofern man alleine reist).

Die Idee einer Handyquette finde ich generell sehr begrüßenswert.

Warum braucht es erst ein Sommerloch, dass jemand mit diesem Vorschlag kommt? Antwort: braucht es nicht. Natürlich ist nicht der erste Beitrag zum Thema Handyquette... Hier ein paar weiterführende Links:

* Huffington Post (eher schonoben genannte Punkte)

* NY Times (mit einigen weiteren lesenswerten Vorschlägen)

* Forbes (etwas allgemeiner gefasst, aber auch mit Handy-Regeln)

- Thomas
 
Noch ein Link zum Thema: Ich bin für ein Handyverbot an Schulen!

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Als Vater von vier Kindern im Alter zwischen 13 und 25 Jahren verfolge ich die Mediendebatte um ein Handyverbot an Schulen mit großer Aufmerksamkeit – und mit zumeist ärgerlichem Kopfschütteln.